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Ärzte für niedrigere Medikamentenpreise

Ärzte für niedrigere Medikamentenpreise"Die derzeit freie, ausschließlich am Markt orientierte Preisfestlegung für Arzneimittel im ersten Jahr nach der Markt­einführung durch den phar­ma­zeu­tischen Unternehmer muss abgeschafft werden", heißt es im Beschluss des 119. Deutschen Ärztetag, der die Bundesregierung zum Handeln auffordert. Das Ziel, 2,4 Milliarden Euro durch das Arznei­mittel­markt­neu­ordnungs­gesetz (AMNOG) von 2011 einzusparen, wurde nicht erreicht.

So liegen die medikamentösen Behandlungen teilweise bei 80.000 Euro und mehr pro Jahr. Um diesem Trend entgegenzuwirken, fordert der Ärztetag 2016 eine Neuregelung der Arzneimittelpreise. In ihrem Beschluss fordern die Ärzte, dass die freie Preisfestlegung für Arzneimittel im ersten Jahr nach Markt­einführung durch die Pharmazieunternehmen abgeschafft werden soll. Andernfalls sei die Arzneimittelversorgung durch Überforderung des Gesundheitssystems gefährdet.

Preise nach Nutzenbewertung

Die Preisfindung und somit die von den Krankenkassen zu tragenden Kosten, sollen sich am nachweisbaren Nutzen für den Patienten orientieren und nicht, wie es auf dem Ärztetag geäußert wurde "einzig und allein daran, was der Markt bereit sei zu zahlen. Selbst Medikamente mit nur geringem Zusatznutzen würden tausende von Euro kosten". Zusätzlich wünscht sich die Ärzteschaft eine zeitnahe und verständliche Publikation der Nutzenbewertungen, um diese in ihren Therapien einbeziehen zu können.

Hintergrundinformation

Die Nutzenbewertung wird durch das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) geregelt. Es sieht vor, das durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), innerhalb von 3 Monaten nach Markteinführung eines Präparats, dessen zusätzlicher Nutzen im Vergleich zu etablierten Therapieformen bewertet wird. Diese Bewertung kann der G-BA selbst vornehmen, oder durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) oder Dritte erstellen lassen. Vor der Nutzenbewertung muss das Pharmaunternehmen dem G-BA eine Dossier und alle Arzneimittelstudien vorlegen.

(Bildquelle: pixabay.com)

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